Stoholm Fjernvarmeværk versorgt die Stadt Stoholm seit 1968 mit Fernwärme. Die Zahl der angeschlossenen Abnehmer ist innerhalb weniger Jahre um rund ein Drittel gestiegen und liegt heute bei etwa 1.100. Die Wärmeerzeugung basiert weiterhin auf einem Energiemix, zu dem auch Erdgas gehört. Genau diesen Anteil möchte das Fernwärmeunternehmen künftig schrittweise ersetzen.
Nachdem zunächst der Bau einer Biogasanlage geprüft worden war, entschied sich Stoholm Fjernvarme für eine 2,6-MW-Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage. Diese Lösung schafft zusätzliche Wärmeerzeugungskapazität und ermöglicht einen hohen Wirkungsgrad. Gleichzeitig ist sie einfach zu betreiben und lässt sich gut in die bestehende Anlage integrieren.
“Als kleines Team brauchen wir Lösungen, die einfach zu betreiben und zu warten sind. Die neue Wärmepumpe schafft zusätzliche Kapazität und fügt sich gleichzeitig in unsere bestehende Anlagenstruktur ein. Die Verwendung von Kohlenwasserstoff als Kältemittel gibt uns zudem mehr Flexibilität bei der Nutzung unseres Wärmespeichers”“
– sagt Martin Høj Jensen, Betriebsleiter des Fernwärmekraftwerks Stoholm.
Die neue Anlage wird als Erweiterung des bestehenden Technikgebäudes von Stoholm Fjernvarmeværk errichtet. Drei leistungsstarkeBieter reichten im Rahmen der Ausschreibung ein Angebot ein. Den Zuschlag erhielt aalborg hc systems.
Gleiche Aufgabe, unterschiedliche Wärmequellen
Fernwärmeversorger in ganz Dänemark stehen derzeit vor einer ähnlichen Herausforderung: Erdgas soll aus der Wärmeerzeugung verschwinden, Strom soll an seine Stelle treten und gleichzeitig muss der Wärmepreis wirtschaftlich bleiben. Was sich von Anlage zu Anlage unterscheidet, sind die verfügbaren Wärmequellen – und der Zeitpunkt, zu dem die Wärme benötigt wird.
In Stoholm wird durch die neue Wärmepumpe bald Wärme aus der Umgebungsluft gewonnen. In Aarhus hat aalborg hc systems bereits die Wärmepumpe für die Geothermieanlage von Innargi in Skejby geliefert. In Hillerød ist das Unternehmen als EPC-Auftragnehmer für ein integriertes Wärmepumpensystem tätig, das Synergien zwischen Fernkälte und Fernwärme nutzt. Die Anlage versorgt dort das New Hospital North Zealand (NHN) mit Kälte und speist gleichzeitig Wärme in das Fernwärmenetz der Stadt ein. In Høje Taastrup ermöglicht die patentierte Abdeckungstechnologie für Erdbecken-Wärmespeicher (Pit Thermal Energy Storage, PTES) von aalborg hc systems, die zeitliche Verschiebung zwischen Wärmeerzeugung je nach Strompreisen und Wärmebedarf des Fernwärmenetzes zu überbrücken.
Der Auftrag aus Stoholm ist der erste Vertrag seit der Ausgliederung der Fernwärmeabteilung des Vorgängers Aalborg CSP als eigenständiges Unternehmen. Weitere Projekte befinden sich bereits in der Pipeline. Darüber hinaus beteiligt sich aalborg hc systems an den Ausschreibungen von Kredsløb für Luft-Wasser-Wärmepumpenanlagen in Aarhus. Dort sind bis 2030 insgesamt 130 MW Heizleistung in acht Aufträgen geplant.
“Stoholm geht denselben Weg wie viele dänische Fernwärmeversorger derzeit: Erdgas wird aus der Wärmeerzeugung genommen und Strom kommt hinzu – gleichzeitig wird die bestehende Infrastruktur weiter genutzt und der Wärmepreis im Blick behalten. Genau auf solche Aufgaben sind wir spezialisiert. Deshalb ist dieser Auftrag ein guter erster Vertrag für uns als eigenständiges Unternehmen. Und er wird in diesem Jahr nicht der letzte bleiben”
– sagt Klaus Knudsen, COO von aalborg hc systems.